Freitag, 23. September 2011

Der Abreise-Countdown läuft

(Immer noch) im Tisliacher 15

Unerwarteterweise meldet sich für unser Haus praktisch kein Mietinteressent. Trotzdem wollen wir unser Haus derart räumen und reinigen, dass jederzeit jemand einziehen kann. Also: Bücher nicht nur in Schachteln verpacken, sondern auch aussortieren. Hängeregistraturen – besonders die mit „Diverses“ angeschriebene – ausmisten. Keller „leeren“ und auf Hochglanz bringen. Schopf aufräumen, angefangene Samen- und Düngersäcke aufbrauchen, 1kg Spinnhuppelen wegsaugen. Das Gestell in der Garage lagert zwanzigjährige Leichen. Im Heizungskeller dösen Skis und Schuhe, deren Lebenserwartung längstens abgelaufen ist.
Trotz guter Vorarbeiten wird's in den letzten Tagen vor der Abfahrt streng und leicht chaotisch. Das eine Badzimmer und das eine WC dürfen nicht mehr benützt werden – auch im Notfall nicht! Die Kleiderkästen sind leer, nackt herumlaufen geziemt sich aber nicht... Die vielen Abfallmärkli hat niemand verlegt, sie sind bloss aufgebraucht. Dazwischen gibts aber auch Freude: Die der Tochter heiligen Reitstiefel (PS: Reitstiefel passen in j-e-d-e-s Schuhgestell) dürfen endlich, und das mit ausdrücklicher Erlaubnis, entsorgt werden.








Viele Schubladen und einige Zimmer sind bereits geräumt und mit dem orangen Sauber-Gütelabel abgeklebt. In der Stube auf dem Boden lagert alles, was demnächst ins Auto verstaut werden kann. Ich weigere mich, bereits etwas einzuräumen, ich will den Überblick behalten. Die Folge davon ist, dass ein Kollege – nebenbei ist er Feuerwehroffizier – erschreckt bemerkt, wieso er wohl von der bei uns kürzlich stattgefundenen Explosion nichts erfahren habe...

Ernsthaft befürchte ich, dass 1/3 der vorgesehenen Dinge im Camperli nicht Platz haben werden. Doch siehe da: Dank ausgeklügeltem, absolut professionellem, sehr systematischem Einbeigen findet alles problemvoll Platz (inkl ein paar Weinflaschen, tiefgefrorenen Bratwürsten, 10 Kilos Äpfeln, einem angefangenen Päckli Kaugummi und Lesestoff bis ans Lebensende). Der von meinem Schwiegervater häufig gebrauchte Ausdruck „bhaab“ ist für die Ladung bestens zutreffend.

Das endgültig gepackte, mit Wasser und Diesel vollgetankte Auto muss auf die Waage. 3,44 t ist ja unter der 3,5-t-Schallgrenze! (Das darin fehlende Lebendgewicht von Fahrer und Beifahrerin sei vernachlässigt).

Die Endspurtler
Lukas und Brigitte

Kommentare:

  1. Ich hätte den seligen Gesichtsausdruck sehen wollen als die Reitstiefel endlich in der Tonne landeten. DER Augenblick, auf den du 20 Jahre lang gewartet hast!

    Isabelle

    AntwortenLöschen
  2. Auch ich werde nie wieder die Frage hören, ob jemand die Reitstiefel noch brauchen wird!
    Brigitte

    AntwortenLöschen